"Ehe light"

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Karin
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"Ehe light"

Beitragvon Karin » 19.08.2010, 14:37

Umbruch im Familienrecht: Eine Art Ehe light per Vertrag

Die Frauenministerin will Pflichten auch für Lebenspartner. Dies sei für eine automatische gemeinsame Obsorge notwendig. Väter wolle sie dadurch nicht verschrecken.

Kommt es da nicht zur Entfremdung des Kindes von einem Elternteil?
Heinisch-Hosek: Das ist eine andere Geschichte, da muss an den Besuchsregelungen etwas geändert werden. Es ist in der Tat so, dass Väter oft Monate, manchmal sogar Jahre warten müssen, bis sie ein Besuchsrecht bekommen. Das ist nicht notwendig. Deshalb müsste bei einer einvernehmlichen Scheidung das Besuchsrecht in jedem Fall sofort geregeltwerden. (was nützt die Regelung, wenn es an der Durchsetzung scheitert? :shock: )

Sie waren doch prinzipiell skeptisch, was eine automatische gemeinsame Obsorge betrifft?
Heinisch-Hosek: Ich bin skeptisch, weil ich glaube, dass es Gründe gibt, warum sich die Hälfte der geschiedenen Eltern gegen eine gemeinsame Obsorge entscheidet. Ich bin für eine Abkühlphase: Ein Jahr soll ein Elternteil im Streitfall die alleinige Obsorge bekommen und erst dann soll erneut darüber entschieden werden.

Kommt es da nicht zur Entfremdung des Kindes von einem Elternteil?
Heinisch-Hosek: Das ist eine andere Geschichte, da muss an den Besuchsregelungen etwas geändert werden. Es ist in der Tat so, dass Väter oft Monate, manchmal sogar Jahre warten müssen, bis sie ein Besuchsrecht bekommen. Das ist nicht notwendig. Deshalb müsste bei einer einvernehmlichen Scheidung das Besuchsrecht in jedem Fall sofort geregelt werden
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Vollständig nachzulesen unter: http://diepresse.com/home/politik/innen ... k/index.do
Liebe Grüße
Karin

martinik
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Re: "Ehe light"

Beitragvon martinik » 03.09.2010, 17:36

Sensationeller Beitrag.

Viele Grüße

Bernd Podhradsky

Re: "Ehe light"

Beitragvon Bernd Podhradsky » 19.09.2010, 20:24

Wenn ich lese, dass "mehr als die Hälfte der Eltern sich gegen eine gemeinsame Obsorge entscheiden" kann ich nur traurig den Kopf schütteln. Das liest sich so friedlich, als wäre es eine einer sinnvollen, gleichberechtigen Diskussion beider Elternteile entspringende Entscheidung.

Was der Wunsch nach einer Vertretungsmacht ggü dem Kind mit dem Unterhalt an die KM zu tun hat, muss mir die gute Dame auch erst einmal erklären. Zumal sie sich entscheiden sollte, ob der Kurs nun in Richtung Unabhängigkeit der Frauen gehen soll, oder ob doch die Abhängigkeit bevorzugt wird.

Liebe Grüße,
Bernd

guevara
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Re: "Ehe light"

Beitragvon guevara » 19.03.2011, 15:46

h.-h. möchte "partnerschaftsvertrag" in gespräch über die obsorge mit b.-o. am kommenden donnerstag diskutieren, wobei dieses vertragswerk den wechselseitigen beistand, die vermögensaufteilung und die uh-frage für den fall einer trennung regeln soll:

"...wenn diese drei punkte geregelt sind und einigkeit darüber besteht, soll auch die möglichkeit einer gemeinsamen obsorge bestehen..."
http://derstandard.at/1297820783672/Hei ... ftsvertrag
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

guevara
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Re: "Ehe light"

Beitragvon guevara » 30.07.2011, 13:24

Weil Lebensgefährten „nach einer Trennung leer ausgehen“, will Heinisch-Hosek die „Aufteilung des Vermögens und den Unterhalt nach einer Trennung regeln“.
http://orf.at/stories/2071415/

des einzig bemerkenswerte an der neuerlichen forderung ist der umstand, dass h.-h. dieses mal im gegenzug nicht einmal die zustimmung zur "automatischen" gemeinsamen obsorge anbietet :mrgreen: ...

wenn die frauenministerin bei der "automatischen" gemeinsamen obsorge keinen handlungsbedarf ortet, weil diese "ohnehin schon bisher" einvernehmlich vereinbart werden kann, so frage ich mich, warum vermögens- und unterhaltsrechtliche belange gescheiteter lebensgemeinschaften gesetzlich geregelt werden sollen, wenn dies doch "schon auch bisher" notariell geregelt werden kann :?

der einzige unterschied besteht halt darin, obwohl BEIDES nur im einverständnis mit dem jeweiligen (ex-)partner erfolgen kann, dass die gemeinsame obsorge problemlos einseitig aufgekündigt werden kann, während MANN bei scheitern der lg dem notariellen uh-vertrag verpflichtet bleibt...

die erneute forderung der frauen- und "gleichstellungs" (welch hohn!)ministerin ist daher bei dieser ausgangslage wohl mehr als unangebracht.
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

ulrich
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Re: "Ehe light"

Beitragvon ulrich » 12.08.2011, 09:01

Soweit ich das verstehe, braucht es nach ministeriellen vorstellungen dafür aber erst wieder einen notariatsakt, oder was vergleichbares.
Einfach nur aus der tatsache der lg ergibt sich noch gar nichts.


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