Unterhaltsschulden Privatinsolvenz

Mäusemama
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Unterhaltsschulden Privatinsolvenz

Beitragvon Mäusemama » 21.04.2019, 19:33

Hallo,
Ich bin seit 9 Jahren geschieden, 2 mittlerweile volljährige, studierende Töchter.
In den ersten Jahren hat mein Ex überhaupt keinen Unterhalt bezahlt, später sporadisch. Mittlerweile wird (nicht nur) der Unterhalt gepfändet. Es haben sich hohe Unterhaltsschulden angehäuft. Leider hat er sehr hohe Schulden. (Banken, Versicherungen, Staat, ..) zudem hat mein Ex vor Jahren seinen Managerposten gekündigt und sich selbständig gemacht, dann sofort Konkurs angemeldet.
Seither ist er arbeitslos, hat auf AMS Kosten sogar noch studiert, findet aber angeblich keine Arbeit (Zitat: "mir bleibt eh nix, Pendeln kann ich nicht").
Jetzt haben meine Tochter Post von seinem Anwalt bekommen. Sie sollen als Insolvenzgläubiger ihre Forderungen geltend machen. Abschöpfungsverfanren usw. Als Allererstes muss Geld ans Gericht überwiesen werden. Irgendwo steht was von einer Quote von 4%, wenn überhaupt. Ernsthaft? Es geht um gut 10.000€.
Zeitgleich kam ein Brief vom AKV. Auch hier soll zuerst Geld überwiesen werden. (Ca 4% der Summe)
Was können wir tun, dass meine Töchter nicht auf quasi alles verzichten müssen? Haben Unterhaltsschulden einen anderen Stellenwert? (In Deutschland gibt es hier zu,B wohl keine Restschuldbefreiung). Meine Töchter scheinen als Privatschuldner auf. Kann die Unterhaltsverpflichtung (notfalls weiter gepfändet) nicht einfach verlängert werden, bis diese Schulden beglichen sind?
Wir sind völlig ratlos.
Was müssen wir jetzt tun?
Bitte um Rat und Hilfestellung.
Herzlichen Dank

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Re: Unterhaltsschulden Privatinsolvenz

Beitragvon dgt » 24.04.2019, 14:20

Mäusemama hat geschrieben:Hallo,
Ich bin seit 9 Jahren geschieden, 2 mittlerweile volljährige, studierende Töchter.
In den ersten Jahren hat mein Ex überhaupt keinen Unterhalt bezahlt, später sporadisch. Mittlerweile wird (nicht nur) der Unterhalt gepfändet. Es haben sich hohe Unterhaltsschulden angehäuft. Leider hat er sehr hohe Schulden. (Banken, Versicherungen, Staat, ..) zudem hat mein Ex vor Jahren seinen Managerposten gekündigt und sich selbständig gemacht, dann sofort Konkurs angemeldet.
Seither ist er arbeitslos, hat auf AMS Kosten sogar noch studiert, findet aber angeblich keine Arbeit (Zitat: "mir bleibt eh nix, Pendeln kann ich nicht").
Jetzt haben meine Tochter Post von seinem Anwalt bekommen. Sie sollen als Insolvenzgläubiger ihre Forderungen geltend machen. Abschöpfungsverfanren usw. Als Allererstes muss Geld ans Gericht überwiesen werden. Irgendwo steht was von einer Quote von 4%, wenn überhaupt. Ernsthaft? Es geht um gut 10.000€.
Zeitgleich kam ein Brief vom AKV. Auch hier soll zuerst Geld überwiesen werden. (Ca 4% der Summe)
Was können wir tun, dass meine Töchter nicht auf quasi alles verzichten müssen? Haben Unterhaltsschulden einen anderen Stellenwert? (In Deutschland gibt es hier zu,B wohl keine Restschuldbefreiung). Meine Töchter scheinen als Privatschuldner auf. Kann die Unterhaltsverpflichtung (notfalls weiter gepfändet) nicht einfach verlängert werden, bis diese Schulden beglichen sind?

Die offenen Forderungen bis zur Konkurseröffnung werden dem Konkursverfahren unterliegen. Es kann daher tatsächlich sein, dass nur eine minimale Quote zur Auszahlung gelangen wird.
Unterhaltssschulden haben bis zur Konkurseröffnung keinen anderen Stellenwert.
Die Kinder können sich um AKV oder KSV im Verfahren vertreten lassen. Vertretung durch Anwalt ist wohl unwirtschaftlich. Im Verfahren können die Kinder niemals für einen Zwangsausgleich oder Ausgleich stimmen, sondern nur entweder nicht hingehen, sich der Stimme enthalten oder dagegen stimmen. Ein Abschöpfungsverfahren kann aber so auch nicht verhindert werden.
Letztlich werden die Unerhaltsschulden aus der Vergangenheit wohl nur zu einem minimalen Prozentsatz einbringlich sein.


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